Bescherung

Als Bescherung wird die Übergabe von Weihnachtsgeschenken bezeichnet. Die meisten Familien glauben, dass die Tradition bereits aus der frühen nachchristlichen Zeit stammt, tatsächlich ist sie deutlich jünger. Zudem gibt es in den verschiedenen Ländern unterschiedliche Bräuche. So erfolgt die Bescherung in Italien und Spanien am 06. Januar, da an diesem Tag die Weisen aus dem Morgenland dem Jesuskind Gaben überreicht hatten.

Seit wann gibt es die Bescherung an Weihnachten?

Die Bescherung am Heiligen Abend beziehungsweise an den Weihnachtstagen ist neuen Ursprungs und begann erst nach der Reformation. Zuvor hatte ausschließlich der Nikolaus die Geschenke am 06. Dezember gebracht. Da die evangelischen Kirchen die Heiligenverehrung abgeschafft hatten, musste die Bescherung auf einen anderen Tag verlegt werden, wofür sich der erste Weihnachtstag angeboten hatte. Die Vorverlegung auf den Heiligen Abend hatte praktische Gründe, da Kinder in Erwartung ihrer Geschenke oft nicht einschlafen konnten oder extrem früh aufstanden. Die Weihnachtsgeschenke werden traditionell vom Christkind gebracht. Damit ist ursprünglich Jesus gemeint gewesen, allerdings entwickelte sich im Laufe der Zeit die Vorstellung eines von ihm abhängigen weiblichen Christkindes. Inzwischen hat in vielen Familien der Weihnachtsmann das Christkind als Überbringer der Weihnachtsgeschenke abgelöst. Auch wenn die Bescherung an Weihnachten ursprünglich im Bereich der protestantischen Kirchen aufkam, wurde sie schon im neunzehnten Jahrhundert von Katholiken übernommen. Der Nikolaus bringt hingegen kleinere Geschenke, bei denen es sich meistens um Süßigkeiten handelt. Diese Tradition führen inzwischen evangelische und katholische Familien gleichermaßen durch.

Wann erfolgt die Bescherung?

Traditionell erfolgt die Bescherung innerhalb der Familie am Heiligen Abend. Wenn die Kinder mit einem Elternteil von der Christvesper zurückkehren, hat zuhause Vater oder Mutter den Gabentisch bereitet. Jugendliche wünschen oft, dass der Partner ebenfalls anwesend ist, wodurch er jedoch auf der Bescherung in der eigenen Familie fehlt. Sofern die Großeltern nicht übermäßig weit vom eigenen Wohnort entfernt leben, besuchen viele Familien ein Großelternpaar am ersten und das andere am zweiten Weihnachtsfeiertag, wobei dann jeweils eine weitere Bescherung durch Oma und Opa – beziehungsweise durch die dort vom Christkind abgegebenen Geschenke – erfolgt.

Die Bescherung für entfernt lebende Verwandte und Freunde

Neben der traditionellen Bescherung innerhalb der engeren Familie entwickelt sich zunehmend der Brauch, auch Freunde und entfernte Verwandte zu beschenken. Da die Weihnachtsfeiertage kaum Zeit für den Besuch von Bekannten bieten, übergeben Freunde ihre Geschenke einander, wenn sie sich in den Tagen vor dem Weihnachtsfest oder im Zeitraum zwischen Weihnachten und Neujahr treffen. Bei großen Entfernungen erfolgt die Übergabe der Geschenke durch den Versand von Paketen, wodurch sich das Sendungsaufkommen bei der Post und bei anderen Versanddiensten stark erhöht.

Die Bescherung in anderen Familien

Hier erfahrt Ihr, wie die Bescherung in anderen Familien vonstatten geht. Tauscht Euch aus und beschreibe auch Du, wie die Geschenke in Deiner Familie überreicht werden

Wir besuchen keinen Weihnachtsgottesdienst und überreichen innerhalb der Familie die Weihnachtsgeschenke ohne eine besondere Zeremonie am Heiligen Abend nach dem Nachmittagstee. Während meine Eltern nicht mehr leben, besuchen wir das Elternhaus meiner Partnerin am ersten oder zweiten Weihnachtsfeiertag. Nach unserer Ankunft trinken wir erst Kaffee, ehe die Geschenke ausgetauscht und sofort geöffnet werden. Zu seinem Vater, von dem meine Partnerin seit vielen Jahren getrennt ist, fährt der Junge entweder am vierten Adventssonntag oder am Sonntag nach Weihnachten, wobei die Großeltern väterlicherseits während des Besuchs ebenfalls anwesend sind.

Autor: Björn



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