Weihnachtsgottesdienst

Weihnachtsgottesdienste sind die Gottesdienste an den Weihnachtsfeiertagen. Zentrale kirchliche Veranstaltungen sind die Christvesper und die Christmette. Letztere gilt in der katholischen Tradition als Vorabendmesse für den Weihnachtsfeiertag, während die evangelischen Kirchen sie als Gottesdienst am Heiligen Abend ansehen. Die Einordnung ist relevant, da Katholiken nur einmal je Sonn- und Feiertag zur Kommunion gehen dürfen.

Die Christvesper

Die Christvesper wird sowohl in evangelischen als auch in katholischen Kirchen angeboten und ist in beiden Traditionen eigentlich ein Wortgottesdienst ohne Eucharistiefeier beziehungsweise Abendmahl. Aufgrund des Priestermangels feiern einige katholische Pfarreien die Vesper am Heiligen Abend zugleich als Vorabendmesse. Das gilt vor allem für Kirchen, in denen keine Christmette stattfindet. In der Christvesper ist es üblich, dass der Kirchenchor singt und dass ein kurzes Krippenspiel aufgeführt, das zum Teil die Predigt ersetzt. Aufgrund des großen Gottesdienstbesuches am Heiligen Abend bieten viele Gemeinden mehrere Christvespern an. Die Dauer des Nachmittagsgottesdienstes am Heiligen Abend beläuft sich auf sechzig bis neunzig Minuten.

Die Christmette

Der traditionelle Beginn der Christmette um Mitternacht ist vielen Gemeindemitgliedern heute zu spät, sodass die meisten Gemeinden bereits um 22.00 Uhr oder 23.00 Uhr beginnen. Die Christmette wird besonders feierlich gestaltet und dauert in den meisten Kirchengemeinden annähernd zwei Stunden. Nur wenige protestantische Gemeinden feiern das Abendmahl in der Mette, die meisten führen sie als Wortgottesdienst mit umfangreichen kirchenmusikalischen Anteilen durch. Gemeindemitglieder verlangen oft, dass die Christmette nicht vor Mitternacht und somit erst am ersten Weihnachtsfeiertag endet. Liturgisch gilt jedoch 18.00 Uhr und nicht 24.00 Uhr als Tagesbeginn. Das geht auf die biblische Regel in der Schöpfungsgeschichte zurück, wonach der neue Tag mit der Abenddämmerung anfängt.

Gottesdienste am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag

Die Gottesdienste am ersten Weihnachtsfeiertag sind deutlich schwächer als die Veranstaltungen am Heiligen Abend besucht. Im Mittelpunkt steht weiterhin die Weihnachtsgeschichte. Einige katholische Gemeinden bieten am Nachmittag des Weihnachtstages eine zusätzliche Andacht an. Der zweite Weihnachtsfeiertag gilt in der katholischen Kirche als Gedenktag des Märtyrers Stephanus und nicht mehr als Tag der Weihnachtsfreude. Der liturgische Inhalt stimmt nicht mit dem Empfinden der meisten Gläubigen überein, was zu einer eher geringen Teilnahme an der Messfeier führt. Die evangelischen Kirchen begehen den 26. Dezember hingegen tatsächlich als zweiten Weihnachtsfeiertag und richten ihre Lesungen auf dieses Fest aus. Da der Gottesdienstbesuch an zweiten Feiertagen in protestantischen Kirchengemeinden extrem schwach ausfällt, bieten teilweise mehrere Gemeinden einen gemeinsamen Gottesdienst an. Ebenfalls beliebt ist der Ersatz des regulären Gottesdienstes durch eine musikalische Kirchenmatinee, sofern die Gottesdienstordnung der jeweiligen Landeskirche dieses Verfahren zulässt.


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