Schwibbogen

Der Schwibbogen ist ein dekoratives Element der Weihnacht, welches seit unzähligen Jahren die Fensterbänke der festlich-geschmückten Häuser ziert. Dabei symbolisieren die Kerzen dieses Lichterbogens die besinnliche Atmosphäre jener feierlichen Zeit. Eine Tradition, die schon im 18. Jh. ihren Ursprung fand.

Die Geschichte des Schwibbogens

Als Schwibbogen wird ein halbrunder Lichterbogen bezeichnet, der im inneren mit verschiedenen Motiven versehen ist und der Weihnachtspyramide gleicht.
Der Name leitet sich von seiner Optik ab, die an den Schwebe- oder Strebebogen von architektonischen Gebäuden erinnert.
Diese Form der Weihnachtsdekoration entstammt dem Erzgebirge und gilt als klassisches Zeichen der erzgebirgischen Volkskunst.
Er wird alljährlich zu Beginn der Vorweihnachtszeit aufgestellt und schmückt die Fensterbänke bis spätestens 06. Januar.
Hierbei sollen die Lichter die Sehnsucht nach Tageslicht darstellen, welche die Bergarbeiter früher in der winterlichen Jahreszeit verspürten, weswegen ihnen die Lichterbögen in den Fenstern auch als Wegweiser dienten, wenn sie abends heimkehrten.
Der älteste Schwibbogen wurde bereits 1740 von J. C. Teller, einem Bergschmied, gefertigt, wenngleich jenes Datum erst 2003, unter diversen Farbschichten, zum Vorschein kam. Zuvor wurde angenommen, dass die eingravierte Zahl 1778 das Entstehungsdatum sei. Dieser Schwibbogen war aus Metall, dem ursprünglichen Material, das noch bis in das 20. Jh. hinein verwendet wurde. Jenen Lichterbogen zierten elf Kerzen, in Anlehnung an die elf treuen Jünger Jesu, wohingegen Teller die zwölfte Kerze, für den Verräter Judas, aussparte.
Der bekannteste Schwibbogen ist jedoch der 9-flammige „Schwarzenberger Schwibbogen“, den Illustratorin Paula Jordan aus Leipzig 1936, im Rahmen eines Wettbewerbs der „Feierobndschau“, entwarf. Jener präsentiert sich mit neun statt zwölf Lichttüllen und einem der berühmtesten Motive, zwei Bergleuten, einem Schnitzer und einer Klöpplerin. Dies steht symbolisch für die drei Berufe, aus denen die ländliche Bevölkerung des Erzgebirges im 18. und 19. Jh. ihre Haupteinnahmen erwirtschaftete. Mit Einsetzen der industriellen Fertigung und dem Verkauf auf Weihnachtsmärkten verbreiteten sich Schwibbögen im letzten Jahrhundert dann in ganz Deutschland, sodass sie heute in vielen Haushalten zu finden sind.

Optik des Schwibbogens

Obwohl die charakteristische, halbrunde Form des Schwibbogens häufig mit dem Mundloch eines Stollens in Verbindung gebracht wurde, orientiert sich seine Optik eher an dem Himmelsbogen. Diese Annahme belegen die frühzeitlichen Motive, wie Sonne, Mond und Sterne, die den Lichterbogen einst ebenso schmückten wie Darstellungen von Bergarbeitern und ihren Familien sowie religiöse Symbole der Weihnachtsgeschichte.
Dabei waren die Kerzen zu damaligen Zeiten noch aus Wachs und die Lichterbögen aus Metall. Mit den Jahren wurden diese Komponenten durch elektrische Kerzen und Holz ersetzt.
Nicht die einzige Veränderung, denn die Anzahl der Lichter und die Motive wandelten sich ebenfalls, sodass heutzutage, neben den gängigen neun Lichtern, auch Ausführungen mit weniger oder mehr Kerzen sowie anderen Symbolen erhältlich sind. Dabei muss allerdings eine weiche Holzart, wie Buche oder Birke, verwendet werden, um die filigranen Schnitzereien überhaupt entstehen zu lassen.
Inzwischen gibt es eine Vielzahl verschiedener Schwibbögen zu kaufen, angefangen bei traditionellen Varianten, über moderne Formen mit anderen Materialien, bis hin zu großen Lichterbögen für den Außenbereich.
Somit ist der Schwibbogen ein dekorativer Begleiter der Weihnachtszeit, welcher die Vorfreude auf das anstehende Weihnachtsfest mit filigraner Handwerkskunst veredelt.


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