Weihnachtskarten

Mit Weihnachtskarten möchte man Freunden, Verwandten und Geschäftspartnern gute Wünsche schicken und sich manchmal auch wieder in Erinnerung bringen. Für viele Menschen ist das Schreiben von Weihnachtskarten schlicht und einfach Tradition, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. Und das hat seinen Grund: Eine Karte, die jemand mit der Hand beschrieben hat, wirkt persönlicher als jede automatisch versendete E-Mail und zeigt dem Empfänger, dass man sich tatsächlich Zeit genommen hat.

Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Karten zu verschicken. Manchmal ist eine einzige Karte an jemanden, dem man lange nicht geschrieben hat, das herzlichste Zeichen der Verbundenheit, das man in der Weihnachtszeit geben kann. Genau das macht Weihnachtskarten auch im digitalen Zeitalter noch immer so wertvoll.

Weihnachtskarten

Inhaltsverzeichnis

Seit wann gibt es Weihnachtskarten?

Weihnachten und der Jahreswechsel waren bereits seit dem 15. Jahrhundert ein Anlass, Briefe zu schreiben und Andachtsbildchen zu verschicken. Die eigentliche Geschichte der modernen Weihnachtskarte begann jedoch im Jahr 1843 in England. Der britische Staatsbeamte Henry Cole hatte wenig Lust, die zahlreichen Briefe zu schreiben, die von ihm zu diesem Anlass erwartet wurden, und beauftragte stattdessen den Maler und Illustrator John Callcott Horsley mit dem Entwurf einer gedruckten Karte. Das Motiv zeigte ein Familienfest, flankiert von kleinen Szenen, die Nächstenliebe und Fürsorge darstellen.

Cole ließ die Karten drucken und verkaufte die überzähligen Exemplare. Die Stückzahl war noch überschaubar, der Preis noch vergleichsweise hoch. Doch die Idee verfing sich rasch. Die Menschen liebten die Vorstellung, mit einem einzigen hübschen Bildchen gleich mehrere Adressaten zu beglücken, ohne für jeden Einzelnen einen langen Brief verfassen zu müssen. Mit der Einführung des Penny Posts und der Entwicklung günstigerer Druckmethoden wurde die Weihnachtskarte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Massenphänomen.

Ab 1874 verbreitete sich die Tradition auch in den Vereinigten Staaten, maßgeblich vorangetrieben durch den deutschen Einwanderer Louis Prang, der als "Vater der amerikanischen Weihnachtskarte" gilt. Er produzierte farbenfrohe, hochwertig gedruckte Karten, die in der amerikanischen Bevölkerung schnell Anklang fanden. Von dort aus verbreitete sich die Gepflogenheit in viele weitere Länder rund um den Globus.

Weihnachtskarten früher und heute

Wer alte Weihnachtskarten aus dem 19. oder frühen 20. Jahrhundert in der Hand hält, ist oft überrascht, wie üppig und detailreich sie gestaltet waren. Kräftige Farben, aufwändige Goldprägungen, Samtoberflächen und reichlich Glitter waren keine Seltenheit, sondern geradezu das Markenzeichen einer schönen Karte. Die Motive reichten von religiösen Darstellungen über romantische Winterlandschaften bis hin zu spielenden Kindern unter dem Tannenbaum. Sogar skurrile Motive tauchten auf, darunter anthropomorphe Tiere oder festlich gekleidete Insekten. Es war eine Zeit, in der eine Weihnachtskarte noch ein kleines Kunstwerk war.

Heute hat sich der Geschmack deutlich gewandelt. Klare Linien, reduzierte Farbpaletten und schlichte Motive wie ein einzelner goldener Stern oder ein schlichter Tannenzweig auf weißem Grund sind sehr beliebt. Gleichzeitig erlebt die Nostalgie eine Renaissance: Karten mit altmodischen Illustrationen, die Gemütlichkeit und Heimeligkeit ausstrahlen, finden genauso ihre Käufer wie moderne, fast abstrakte Designs.

Was sich nicht verändert hat, ist der Impuls dahinter. Das ganze Jahr über werden kaum noch Karten und Briefe geschrieben, eine E-Mail geht schneller und erfüllt auf den ersten Blick denselben Zweck. Zu Weihnachten und zum Jahreswechsel ist das anders. Da greifen auch Menschen, die sonst kaum mehr zur Hand schreiben, zu einer schönen Karte und setzen ein paar persönliche Zeilen darunter. Dieser kleine Aufwand macht den ganzen Unterschied.

Beliebte Motive auf Weihnachtskarten

Die Auswahl an Motiven ist heute größer denn je. Ob man im Laden stöbert oder online sucht: Es gibt buchstäblich für jeden Geschmack und jede Zielgruppe das passende Bild. Einige Motive sind dabei seit Jahrzehnten beliebt und kaum aus dem Sortiment wegzudenken:

  • Winterlandschaften: Verschneite Wälder, zugefrorene Teiche und kleine Dörfer unter einer dicken Schneedecke strahlen Ruhe und Geborgenheit aus.
  • Religiöse Motive: Die Heilige Familie, Engel, der Stern von Bethlehem oder die Krippe sprechen Menschen an, für die das christliche Fest im Vordergrund steht.
  • Weihnachtsmann und Rentiere: Klassiker für Karten, die einen eher fröhlich-verspielten Ton treffen sollen, besonders bei Kindern beliebt.
  • Naturmotive: Tannenzweige, Stechpalmenblätter, Mistelzweige, Zapfen und Zimtstangen wirken natürlich und zeitlos.
  • Abstrakte und moderne Designs: Geometrische Sterne, grafische Muster oder minimalistische Linienzeichnungen sprechen ein jüngeres und designaffines Publikum an.
  • Humorvolle Motive: Witzige Illustrationen oder Cartoons eignen sich hervorragend für Freunde und Kollegen, mit denen man eine lockere Beziehung pflegt.
  • Fotokarten: Karten mit einem persönlichen Foto, ob Familienfoto, Urlaubserinnerung oder kreativ inszeniertes Bild, haben einen ganz eigenen, sehr persönlichen Charakter.

Weihnachtskarten selbst gestalten

Kreative Menschen betätigen sich zu Weihnachten gerne als Selbermacher und gestalten ihre Karten mit viel Liebe selbst. Und das lohnt sich: Eine handgemachte Karte ist ein Unikat, das zeigt, wie viel Mühe und Zuneigung dahinterstecken. Der Fantasie sind dabei keinerlei Grenzen gesetzt.

Techniken und Materialien

Für selbst gestaltete Weihnachtskarten braucht man nicht zwingend viel Vorerfahrung oder teures Material. Schon mit ein paar einfachen Mitteln lassen sich beeindruckende Ergebnisse erzielen:

  • Stempeln: Weihnachtliche Motive wie Sterne, Tannenbäume oder Schneeflocken lassen sich mit Gummistempeln und Stempelfarbe schnell und gleichmäßig auf Karton aufbringen. Diese Methode eignet sich gut, wenn man viele Karten in kurzer Zeit herstellen möchte.
  • Aquarell und Tusche: Wer gerne malt, kann mit Aquarellfarben stimmungsvolle Hintergründe schaffen und diese mit feinen Tuschezeichnungen ergänzen. Kein Motiv gleicht dem anderen.
  • Collagen: Aus alten Zeitschriften, Packpapier, Naturmaterialien wie getrockneten Blättern oder Pressblumen und Alufolie lassen sich einzigartige Kartenmotive zusammenstellen.
  • Linolschnitt: Wer etwas handwerkliches Geschick mitbringt, kann mit Linolschnitt-Technik ein Motiv einschneiden und damit ganze Serien identischer, aber dennoch handgemachter Karten drucken.
  • Lettering und Kalligraphie: Ein schön geschriebener Schriftzug als Hauptmotiv wirkt sehr edel. Mit etwas Übung und einem Brush-Pen ist das auch für Anfänger gut machbar.
  • Wachsmalstifte und Wasserfarbe: Der Wachsmalstift lässt sich bei dieser Technik als Resist einsetzen, der die darunter aufgetragene Wasserfarbe abweist und so interessante Effekte erzeugt.

Als Grundmaterial eignet sich festes Aquarellpapier oder spezieller Karton besonders gut. Er nimmt Farbe und Kleber zuverlässig auf und fühlt sich beim Anfassen wertiger an als normales Druckerpapier.

Tipp: So bastelt Ihr Weihnachtskarten selbst.

Digitale Weihnachtskarten selbst erstellen

Wer lieber am Computer gestaltet, hat ebenfalls viele Möglichkeiten. Kostenlose Designprogramme und Online-Tools bieten zahlreiche Vorlagen, die sich nach dem eigenen Geschmack anpassen lassen. Eigene Fotos, persönliche Texte und individuelle Farbkombinationen machen auch eine digital erstellte Karte zu etwas Besonderem. Anschließend kann man die fertige Datei entweder zu Hause ausdrucken oder bei einem Online-Druckservice bestellen und direkt an die Empfänger verschicken lassen.

Eine andere Variante ist die rein digitale Weihnachtskarte, die per E-Mail oder Messenger verschickt wird. Diese Option hat klare Vorteile: kein Porto, keine Lieferzeit, und sie lässt sich noch am 24. Dezember morgens versenden. Der persönliche Touch einer handgeschriebenen Karte geht dabei zwar verloren, aber mit einem individuellen Foto und einem herzlichen persönlichen Text kann auch eine digitale Karte Wärme transportieren.

Was schreibt man in eine Weihnachtskarte?

Das ist für viele Menschen gar nicht so leicht zu beantworten. Oft sitzt man vor der leeren Karte und weiß nicht recht, wie man anfangen soll. Dabei braucht es keine langen Ausführungen. Ein paar aufrichtige Sätze sind wertvoller als ein auswendig gelernter Standardspruch.

Grundsätzlich gilt: Je persönlicher, desto besser. Beziehe dich auf ein gemeinsames Erlebnis des vergangenen Jahres, erkundige dich nach dem Befinden oder schreibe, was dich gerade beschäftigt. Das zeigt dem Empfänger, dass du wirklich an ihn gedacht hast und nicht einfach einen Stapel gleicher Karten abgearbeitet hast.

Für Menschen, denen das Formulieren schwerfällt, können Weihnachtssprüche oder kurze Weihnachtsgedichte eine gute Starthilfe sein. Wir haben zudem auch zahlreiche vorformulierte Weihnachtsgrüße und Weihnachtswünsche, die sich als Vorlage oder Inspiration eignen. Sie müssen nur den Anfang bilden, danach kommt der persönliche Teil. Einige bewährte Einstiegssätze:

  • "Ich denke in dieser ruhigen Zeit besonders gerne an dich und wünsche dir..."
  • "Das Jahr war turbulent, umso mehr freue ich mich, dir ein paar weihnachtliche Zeilen zu schicken..."
  • "Frohe Weihnachten! Ich hoffe, du kannst die Feiertage in aller Ruhe genießen..."
  • "Zu Weihnachten möchte ich dir sagen, wie sehr ich es schätze, dass..."

Auch ein kleiner handgeschriebener Witz, eine gemeinsame Erinnerung oder ein herzliches "Ich freue mich, dich bald wieder zu sehen" können eine Karte lebendig machen. Wichtiger als der perfekte Text ist die Aufrichtigkeit dahinter.

Weihnachtskarten im geschäftlichen Bereich

Weihnachtskarten spielen auch im Geschäftsleben eine nicht zu unterschätzende Rolle. Sie sind eine gute Gelegenheit, Kundenbeziehungen zu pflegen, Partnern Wertschätzung zu zeigen und das eigene Unternehmen in einem sympathischen Licht erscheinen zu lassen. Dabei gelten im beruflichen Kontext ein paar andere Regeln als im privaten.

Der Ton sollte freundlich und professionell sein, ohne zu kalt oder zu förmlich zu wirken. Religiöse Motive sind im geschäftlichen Umfeld nicht immer die beste Wahl, da die Empfänger unterschiedlichen Kulturen und Glaubensrichtungen angehören können. Neutrale Wintermotive oder schlichte, elegante Designs sind in der Regel die sichere Wahl.

Besonders wichtig ist die persönliche Handschrift: Auch bei einer gedruckten Firmenkarte macht es einen großen Unterschied, ob darunter eine handgeschriebene persönliche Zeile steht oder lediglich der Stempel des Unternehmens. Wer sich die Zeit nimmt, ein paar individuelle Worte hinzuzufügen, hinterlässt einen deutlich nachhaltigeren Eindruck.

Für den Versand von Geschäftsweihnachtskarten gilt außerdem: Lieber etwas früher verschicken, damit die Karte nicht im Dezemberstress untergeht. Mitte bis Ende November ist für Geschäftskarten oft besser als kurz vor dem Fest.

Wann werden Weihnachtskarten verschickt?

Das ist gar nicht so einfach zu beantworten wie es klingt. Wer schon Ende November Weihnachtswünsche im Briefkasten findet, ist manchmal etwas überrascht und fragt sich, ob der Absender es kaum erwarten konnte. Auf der anderen Seite ist eine Karte, die erst am 27. Dezember ankommt, auch nicht mehr ganz das Richtige.

Als Faustregel gilt: Private Weihnachtskarten, die innerhalb Deutschlands verschickt werden, sollten spätestens in der zweiten Adventswoche in den Briefkasten wandern. So ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie pünktlich zum Heiligabend beim Empfänger eintreffen, ohne zu früh zu kommen. Wer möchte, dass die Karte möglichst genau am Weihnachtstag ankommt, muss das Zustellverhalten der Post gut einschätzen können und ein gewisses Risiko einkalkulieren. Bei der Post kann es immer zu Verzögerungen kommen, gerade in der Vorweihnachtszeit, wenn das Paket- und Briefvolumen stark ansteigt.

Für Neujahrsgrüße gilt übrigens eine etwas entspanntere Regel: Diese dürfen ruhig bis Anfang Januar verschickt werden und wirken trotzdem aufmerksam und herzlich. Wer also die Weihnachtszeit selbst für Auszeige und Erholung nutzt, kann die Karten auch einfach ins neue Jahr verschieben.

Weihnachtskarten ins Ausland schicken

Ob der Gruß im Inland oder im Ausland Freude machen soll, ist ein wichtiger Aspekt bei der Planung. Ins Ausland brauchen Weihnachtskarten deutlich länger, je nach Zielland zwischen einer und drei Wochen, manchmal auch mehr. Wer Freunde oder Verwandte in Übersee oder in fernen Teilen Europas beschenken möchte, sollte deshalb schon Anfang bis Mitte November aktiv werden.

Dabei lohnt es sich, kurz nachzuschlagen, welche Briefmarken und Portosätze für den jeweiligen Zielort gelten. Auslandsporto unterscheidet sich teils erheblich vom Inlandsporto, und eine unzureichend frankierte Karte kommt im schlimmsten Fall gar nicht oder verspätet an. Die Webseiten der nationalen Postdienste geben darüber zuverlässig Auskunft.

Wer Karten in Länder schickt, in denen Weihnachten nicht gefeiert wird oder eine andere kulturelle Bedeutung hat, sollte das bei der Auswahl des Motivs und der Formulierung berücksichtigen. Ein allgemeiner Jahreswechselgruß ist in solchen Fällen oft die herzlichere und respektvollere Wahl.

Nachhaltige Weihnachtskarten

Immer mehr Menschen achten auch beim Kauf von Weihnachtskarten auf Umweltaspekte. Das ist ein Trend, der sich in den letzten Jahren deutlich verstärkt hat. Karten aus recyceltem Papier, Produkte mit FSC-Zertifizierung oder Karten, die ohne Plastikumhüllung verkauft werden, sind inzwischen in vielen Läden erhältlich und machen optisch kaum einen Unterschied zu konventionellen Produkten.

Besonders interessant sind sogenannte Saatkarten: Das sind Karten, die aus speziellem Papier bestehen, in das Blumensamen eingearbeitet wurden. Nach dem Lesen kann der Empfänger die Karte einfach in Erde einpflanzen und im Frühling erblühen lassen. Eine schönere Metapher für einen Neuanfang am Ende des Jahres lässt sich kaum denken.

Wer Weihnachtskarten kauft, um damit gleichzeitig Gutes zu tun, kann sich auch nach Karten von gemeinnützigen Organisationen umsehen. Viele Hilfsorganisationen und Wohlfahrtsverbände bieten eigene Weihnachtskarten an, deren Erlös in soziale Projekte fließt.

Unsere Tipps rund um die Weihnachtspost

Damit deine Weihnachtskarten wirklich ankommen, also nicht nur im Briefkasten, sondern auch im Herzen der Empfänger, haben wir ein paar abschließende Ratschläge zusammengestellt:

  • Starte früh mit dem Schreiben: Wer wartet, bis der Dezember in vollem Gange ist, schreibt die Karten oft gehetzt und mit weniger Muße. Schon im November in Ruhe zu schreiben macht den Unterschied.
  • Halte eine Adressliste bereit: Eine gepflegte Liste mit aktuellen Adressen spart viel Zeit und vermeidet Rücksendungen wegen veralteter Anschriften.
  • Schreib mit einem guten Stift: Ein Füllfederhalter oder ein hochwertiger Gelstift macht das Schreiben angenehmer und das Ergebnis schöner. Das merkt der Empfänger.
  • Persönliche Note einbauen: Auch wenn es nur ein einziger Satz ist, der auf den konkreten Empfänger eingeht, hebt das deine Karte von einer Massenbotschaft ab.
  • Porto nicht vergessen: Klingt banal, passiert aber regelmäßig. Wer Karten in unterschiedliche Formate oder ins Ausland schickt, sollte das Porto vorher genau prüfen.
  • Karten aufbewahren: Erhaltene Weihnachtskarten einfach mal ein Jahr lang aufbewahren. Sie erinnern an Menschen und Momente und machen beim nächsten Blick darauf oft mehr Freude als erwartet.

Tipp: So bastelt Ihr Weihnachtskarten selbst.


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