Weihnachten in der Fremde
Weihnachten in der Fremde
Autor: Theodor Storm
Weihnachtsabend kam heran. Es war noch nachmittags, als Reinhard mit anderen Studenten im Ratskeller am alten Eichentisch zusammensass. Die Lampen an den Wänden waren angezündet, denn hier unten dämmerte es schon; aber die Gäste waren sparsam versammelt, die Kellner lehnten müßig an den Mauerpfeilern. In einem Winkel des Gewölbes sassen ein Geigenspieler und ein Zithermädchen mit feinen zigeunerhaften Zügen. Sie hatten ihre Instrumente auf dem Schoß liegen und schienen teilnahmslos vor sich hinzusehen.
Am Studententisch knallte ein Champagnerpfropfen.
"Trinke, mein böhmisch Liebchen!" rief ein junger Mann von junkerhaftem Äußerem, indem er sein volles Glas zu dem Mädchen hinüberreichte.
"Ich mag nicht", sagte sie, ohne ihre Stellung zu verändern.
"So singe!" rief der Junker und warf ihr eine Silbermünze in den Schoß. Das Mädchen strich sich langsam mit den Fingern durch ihr schwarzes Haar, während der Geigenspieler ihr ins Ohr flüsterte, aber sie warf den Kopf zurück uns stützte das Kinn auf die Zither.
"Für den spiel‘ ich nicht", sagte sie.
Reinhard sprang mit dem Glase in der Hand auf und stellte sich vor sie.
"Was willst du?" fragte sie trotzig.
"Deine Augen sehen."
"Was gehen dich meine Augen an?"
Reinhard sah funkelnd auf sie nieder. "Ich weiß wohl, sie sind falsch!" Sie legte ihre Wange in die flache Hand und sah ihn lauernd an.
Reinhard hob sein Glas an den Mund.
"Auf deine schönen, sündhaften Augen!" sagte er und trank.
Sie lachte und warf den Kopf herum.
"Gib!" sagte sie, und indem sie ihre schwarzen Augen in die seinen heftete, trank sie langsam den Rest.
Dann griff sie einen Dreiklang und sang mit tiefer, leidenschaftlicher Stimme:
"Heute, nur heute
bin ich so schön;
morgen, ach morgen
muss alles vergehn!
Nur diese Stunde
bist du noch mein;
sterben, ach sterben,
soll ich allein."
Während der Geigenspieler im raschen Tempo das Nachspiel einsetzte, gesellte sich ein neuer Ankömmling zu der Gruppe.
"Ich wollte dich abholen, Reinhard", sagte er.
"Du warst schon fort; aber das Christkind war bei dir eingekehrt."
"Das Christkind?" sagte Reinhard.
"Das kommt nicht mehr zu mir."
"Ei was !
Dein ganzes Zimmer roch nach Tannenbaum und braunem Kuchen."
Reinhard setzte das Glas aus der Hand und griff nach seiner Mütze.
"Was willst du ?" fragte das Mädchen.
"Ich komme schon wieder."
Sie runzelte die Stirn.
"Bleib!" rief sie leise und sah ihn vertraulich an.
Reinhard zögerte.
"Ich kann nicht", sagte er.
Sie stieß ihn lachend mit der Fußspitze.
"Geh!" sagte sie. "Du taugst nichts; ihr taugt miteinander nichts." Und während sie sich abwandte, stieg Reinhard langsam die Kellertreppe hinauf.
Draußen auf der Straße war es tiefe Dämmerung; er fühlte die frische Winterluft an seiner heißen Stirn. Hier und da fiel der helle Schein eines brennenden Tannenbaumes aus den Fenstern, dann und wann hörte man von drinnen das Geräusch von kleinen Pfeifen und Blechtrompeten und dazwischen jubelnde Kinderstimmen.
Scharen von Bettelkindern gingen von Haus zu Haus oder stiegen auf die Treppengeländer und suchten durch die Fenster einen Blick in die versagte Herrlichkeit zu gewinnen.
Mitunter wurde auch eine Tür plötzlich aufgerissen, und scheltende Stimmen trieben einen ganzen Schwarm solcher kleiner Gäste aus dem hellen Hause auf die dunkle Gasse hinaus; anderswo wurde auf dem Hausflur ein altes Weihnachtslied gesungen; es waren klare Mädchenstimmen darunter.
Reinhard hörte sie nicht, er ging rasch an allem vorüber, aus einer Straße in die andere.
Als er an seine Wohnung gekommen, war es fast völlig dunkel geworden; er stolperte die Treppe hinauf und trat in seine Stube. Ein süßer Duft schlug ihm entgegen; das heimelte ihn an, das roch wie zu Hause der Mutter Weihnachtsstube.
Mit zitternder Hand zündete er sein Licht an; da lag ein mächtiges Paket auf dem Tisch, und als er es öffnete, fielen die wohlbekannten braunen Festkuchen heraus; auf einigen waren die Anfangsbuchstaben seines Namens in Zucker ausgestreut; das konnte niemand anders als Elisabeth getan haben. Dann kam ein Päckchen mit feiner gestrickter Wäsche zum Vorschein, Tücher und Manschetten, zuletzt Briefe von der Mutter und von Elisabeth. Reinhard öffnete zuerst den letzteren;
Elisabeth schrieb:
"Die schönen Zuckerbuchstaben können Dir wohl erzählen, wer bei den Kuchen mitgeholfen hat; dieselbe Person hat die Manschetten für Dich gestickt. Bei uns wird es nun Weihnachtsabend sehr still werden; meine Mutter stellt immer schon um halb zehn ihr Spinnrad in die Ecke.
Es ist gar so einsam diesen Winter, wo Du nicht hier bist. Nun ist auch vorigen Sonntag der Hänfling gestorben, den Du mir geschenkt hattest; ich habe sehr geweint, aber ich habe ihn doch immer gut gewartet. Der sang sonst immer nachmittags, wenn die Sonne auf seinen Bauer schien; Du weißt, die Mutter hing oft ein Tuch über, um ihn zu geschweigen, wenn er so recht aus Kräften sang. Da ist es nun noch stiller in der Kammer, nur dass Dein alter Freund Erich uns jetzt mitunter besucht. Du sagtest einmal, er sähe seinem braunen Überrock ähnlich. Daran muss ich nun immer denken, wenn er zur Tür hereinkommt, und es ist gar zu komisch; ich sag es aber nicht zur Mutter, sie wird dann leicht verdrießlich. –
Rat, was ich Deiner Mutter zu Weihnachten schenke!
Du rätst es nicht? Mich selber !
Der Erich zeichnete mich in schwarzer Kreide; ich habe ihm schon dreimal sitzen müssen, jedesmal eine ganze Stunde. Es war mir recht zuwider, dass der fremde Mensch mein Gesicht so auswendig lernte. Ich wollte auch nicht, aber die Mutter redete mir zu; sie sagte, es würde der guten Frau Werner eine große Freude machen.
Aber Du hältst nicht Wort, Reinhard. Du hast keine Märchen geschickt. Ich habe Dich oft bei Deiner Mutter verklagt; sie sagt dann immer, Du habest jetzt mehr zu tun als solche Kindereien. Ich glaub es aber nicht; es ist wohl anders."
Nun las Reinhard den Brief seiner Mutter, und als er beide Briefe gelesen und langsam wieder zusammengefaltet und weggelegt hatte, überfiel ihn unerbittliches Heimweh.
Er ging eine Zeitlang in seinem Zimmer auf und nieder; er sprach leise und dann halb verständlich zu sich selbst:
"Er wäre fast verirret und wusste nicht hinaus; da stand das Kind am Wege und winkte ihm nach Haus !"
Dann trat er an sein Pult, nahm einiges Geld heraus und ging wieder auf die Straße hinab. Hier war es mittlerweile stiller geworden, die Weihnachtsbäume waren ausgebrannt, die Umzüge der Kinder hatten aufgehört. Der Wind fegte durch die einsamen Straßen; Alte und Junge sassen in ihren Häusern familienweise zusammen; der zweite Abschnitt des Weihnachtsabends hatte begonnen.
Als Reinhard in die Nähe des Ratskellers kam, hörte er aus der Tiefe herauf Geigenstrich und den Gesang des Zithermädchens; nun klingelte unten die Kellertüre, und eine dunkle Gestalt schwankte die breite, matt erleuchtete Treppe herauf.
Reinhard trat in den Häuserschatten und ging dann rasch vorüber. Nach einer Weile erreichte er den erleuchteten Laden eines Juweliers; und nachdem er hier ein kleines Kreuz von roten Korallen eingehandelt hatte, ging er auf demselben Weg, den er gekommen war, wieder zurück. Nicht weit von seiner Wohnung bemerkte er ein kleines in klägliche Lumpen gehülltes Mädchen an einer hohen Haustür stehen, in vergeblicher Bemühung, sie zu öffnen.
" Soll ich dir helfen ?" sagte er.
Das Kind erwiderte nichts, ließ aber die schwere Türklinke fallen. Reinhard hatte schon die Tür geöffnet.
"Nein", sagte er, "sie könnten dich hinausjagen; komm mit mir!
Ich will dir Weihnachtskuchen geben." Dann machte er die Tür wieder zu und fasste das kleine Mädchen an der Hand, das stillschweigend mit ihm in seine Wohnung ging.
Er hatte das Licht beim Weggehen brennen lassen.
"Hier hast du Kuchen", sagte er und gab ihr die Hälfte seines ganzen Schatzes in die Schürze, nur keine mit den Zuckerbuchstaben.
"Nun geh nach Haus und gib deiner Mutter auch davon."
Das Kind sah mit einem scheuen Blick zu ihm hinauf; es schien solcher Freundlichkeiten ungewohnt und nichts darauf erwidern zu können.
Reinhard machte die Tür auf und leuchtete ihr, und nun flog die Kleine wie ein Vogel mit ihrem Kuchen die Treppe hinab und zum Haus hinaus. Reinhard schürte das Feuer in seinem Ofen an und stellte das bestaubte Tintenfass auf seinen Tisch; dann setzte er sich hin und schrieb und schrieb die ganze Nacht Briefe an seine Mutter, an Elisabeth.
Der Rest der Weihnachtskuchen lag unberührt neben ihm; aber die Manschetten von Elisabeth hatte er angeknüpft, was sich gar wunderlich zu seinem weißen Flauschrock ausnahm.
So sass er noch, als die Wintersonne auf die gefrorenen Fensterscheiben fiel und ihm gegenüber im Spiegel ein blasses, ernstes Antlitz zeigte.
- Ausführliche Interpretation der Geschichte
- Biografischer Kontext zu Theodor Storm
- Moral und Werte der Geschichte
- Realitätsbezug oder Eskapismus?
- Welche Stimmung erzeugt die Geschichte?
- Für welchen Anlass eignet sich die Geschichte?
- Für welche Altersgruppe eignet sich die Geschichte?
- Für wen eignet sich die Geschichte weniger?
- Abschließende Empfehlung
Ausführliche Interpretation der Geschichte
Theodor Storms "Weihnachten in der Fremde" ist weit mehr als eine besinnliche Festtagsgeschichte. Sie zeichnet ein tiefgründiges Porträt der inneren Zerrissenheit eines jungen Menschen zwischen Pflicht und Sehnsucht, zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Der Student Reinhard flüchtet sich am Heiligen Abend in den lauten, rauchigen Ratskeller, um dem stillen, familiären Weihnachten zu entgehen. Seine Begegnung mit dem zigeunerhaften Zithermädchen symbolisiert die verführerische, aber leere Welt der Vergänglichkeit, die sie in ihrem Lied besingt: ein Leben nur im Augenblick, ohne Bindung und Zukunft.
Der entscheidende Wendepunkt ist die Nachricht vom "Christkind", das in seiner Abwesenheit sein Zimmer heimsuchte. Diese Metapher für die unausweichliche Kraft von Heimat, Tradition und kindlicher Erinnerung holt ihn zurück in die Realität. Die Geschenke von Mutter und Elisabeth – die selbstgebackenen Kuchen mit den Zuckerbuchstaben, die gestrickten Manschetten – sind stumme Boten einer liebevollen, beständigen Welt, die ihn trotz räumlicher Distanz umfängt. Sein überwältigendes Heimweh ist die Reaktion darauf. Sein anschließendes Handeln, die Hilfe für das arme Mädchen und das nächtliche Schreiben der Briefe, ist eine aktive Wiedergutmachung und eine Rückkehr zu seinen moralischen und emotionalen Wurzeln. Die Geschichte endet nicht in versöhnlicher Idylle, sondern in ernster, nachdenklicher Einsamkeit bei Tagesanbruch – ein Zeichen dafür, dass die Heilung und Rückkehr ein Prozess ist.
Biografischer Kontext zu Theodor Storm
Theodor Storm (1817-1888) ist einer der bedeutendsten Vertreter des deutschen poetischen Realismus. Viele seiner Werke, darunter auch diese Novelle, sind stark von seiner norddeutschen Heimat Husum geprägt, die er oft als "graue Stadt am Meer" beschrieb. Das Thema der Heimatverbundenheit und des Heimwehs durchzieht sein gesamtes Schaffen wie ein roter Faden. Storm verbrachte Jahre im freiwilligen Exil in Preußen, als seine Heimat Schleswig-Holstein unter dänische Herrschaft fiel. Die Erfahrung, Weihnachten fern der Heimat in der "Fremde" zu verbringen, war für ihn also keine bloße literarische Erfindung, sondern möglicherweise ein persönlich durchlittenes Gefühl. Seine Protagonisten kämpfen häufig mit der Spannung zwischen bürgerlicher Enge und sehnsuchtsvoller Leidenschaft, zwischen Pflichtgefühl und persönlichem Glück. "Weihnachten in der Fremde" verdichtet diese typisch stormschen Konflikte auf den symbolträchtigen Rahmen des Heiligen Abends und gewinnt dadurch eine besondere, melancholische Intensität.
Moral und Werte der Geschichte
Die Geschichte vermittelt Werte, die über das klassische Weihnachtsgefühl hinausgehen und ihm eine tiefere, erwachsene Dimension verleihen. Im Zentrum steht nicht der materielle Besitz, sondern die Kraft der Erinnerung und die Bedeutung echter Bindungen. Die liebevoll verzierten Kuchen und die selbstgestrickte Wäsche sind Symbole für mühevolle, zeitintensive Zuwendung – der Gegensatz zur flüchtigen Silbermünze, die der Junker dem Mädchen zuwirft.
Weitere zentrale Werte sind:
- Verantwortung: Reinhard übernimmt Verantwortung, indem er dem Bettelmädchen hilft und schließlich seinen Lieben schreibt. Er wendet sich aktiv vom passiven Selbstmitleid ab.
- Echtheit vs. Oberflächlichkeit: Der Kontrast zwischen der leidenschaftlichen, aber hohlen Atmosphäre im Keller und der stillen, nachhaltigen Wärme der Heimat unterstreicht den Wert von Authentizität.
- Barmherzigkeit: Die spontane Geste gegenüber dem armen Kind ist ein kleines, konkretes Weihnachtswunder mitten in der Großstadt, das Reinhards eigene Läuterung einleitet.
Diese Werte passen zu Weihnachten, weil sie den Kern des Festes berühren: Besinnung, Nächstenliebe und die Pflege des Herzens.
Realitätsbezug oder Eskapismus?
Storms Geschichte ist das genaue Gegenteil von Eskapismus. Sie blendet die Probleme der Welt keineswegs aus, sondern thematisiert sie direkt und schonungslos. Sie zeigt die Brüche und Kontraste der Weihnachtszeit: hier die warmen, hellen Stuben mit jubelnden Kindern, dort die bettelnden Kinder in dunklen Gassen, die von den Festlichkeiten ausgeschlossen sind. Sie zeigt die Einsamkeit des Einzelnen in der Menge (Reinhard im Keller, Reinhard in seiner Stube) und die melancholische Leere, die trotz aller äußerlichen Festlichkeit entstehen kann. Die Figur des Zithermädchens steht für ein prekäres, wurzelloses Leben am Rande der Gesellschaft. Storm schafft keine heile Welt, sondern eine sehr realistische, in der das Weihnachtsgefühl nicht einfach da ist, sondern mühsam errungen und in kleinen Gestalten der Menschlichkeit verwirklicht werden muss.
Welche Stimmung erzeugt die Geschichte?
Die Stimmung ist eine meisterhafte Mischung aus melancholischer Grundierung und hoffnungsvollen Lichtpunkten. Dominierend ist eine tiefe, herbstliche Schwermut (Storm spricht von "Dämmerung" und "tiefer Dämmerung"), die von der Kälte der Winterluft und der Einsamkeit der Straßen unterstrichen wird. Dagegen stehen die warmen, aber ferngerückten Bilder der Heimat, die durch Duft und Briefe beschworen werden. Die Begegnung im Keller ist von einer düster-erotischen, beunruhigenden Spannung geprägt. Die Schlussszene in Reinhards Stube ist dann ruhig, ernst und kontemplativ. Es ist eine Stimmung des Innehaltens, der Rückschau und der leisen, nach innen gewandten Bewegung – keine ausgelassene Weihnachtsfreude, sondern ein tiefes, nachdenkliches Gefühl.
Für welchen Anlass eignet sich die Geschichte?
Diese Geschichte eignet sich perfekt für ruhige, besinnliche Momente in der Advents- oder Weihnachtszeit, die über das rein Festliche hinausgehen wollen. Ideal ist sie zum Vorlesen oder gemeinsamen Lesen an einem stillen Adventssonntag, am Heiligabend vor der Bescherung oder am zweiten Weihnachtsfeiertag, wenn der Trubel etwas nachlässt. Sie passt auch ausgezeichnet zu literarischen Weihnachtsrunden oder als Diskussionsgrundlage, um über die eigenen Gefühle zum Fest zu sprechen – besonders für alle, die selbst einmal Weihnachten fern von zu Hause verbracht haben oder mit gemischten Gefühlen auf die Feiertage blicken.
Für welche Altersgruppe eignet sich die Geschichte?
Die Geschichte spricht in erster Linie Erwachsene und Jugendliche ab etwa 16 Jahren an. Zum vollen Verständnis der emotionalen und moralischen Konflikte, der subtilen Symbolik (wie die Zuckerbuchstaben, das Lied des Mädchens) und der historischen Setting benötigt man eine gewisse Lebenserfahrung und literarische Reife. Ältere Teenager, die vielleicht selbst das erste Mal von zu Hause weg sind (z.B. im Auslandssemester oder im Studium), können die Thematik des Heimwehs und der Selbstfindung besonders gut nachvollziehen.
Für wen eignet sich die Geschichte weniger?
Weniger geeignet ist die Geschichte für kleine Kinder, die eine klare, freudige und unkomplizierte Weihnachtserzählung erwarten. Die düstere Atmosphäre des Ratskellers, die komplexen zwischenmenschlichen Spannungen und die melancholische Grundstimmung könnten sie überfordern oder langweilen. Auch Leser, die einen rein unterhaltsamen, beschwingten oder humorvollen Text zur festlichen Unterhaltung suchen, werden hier nicht fündig. Storm bietet keine leichte Kost, sondern literarische Tiefenschärfe.
Abschließende Empfehlung
Wähle diese Geschichte genau dann, wenn du eine Weihnachtserzählung mit literarischem Tiefgang und psychologischem Feingefühl suchst. Sie ist die perfekte Lektüre für dich, wenn du die Festtage nicht nur als Zeit des Konsums, sondern auch der Reflexion begreifst. Wenn du dich fragst, was Heimat, Verbundenheit und wahre Geschenke jenseits des Materiellen bedeuten, dann liegt dir mit Storms Novelle ein kleines Juwel in den Händen. Sie ist besonders wertvoll für alle, die Weihnachten mit gemischten Gefühlen begegnen oder die Stille und Nachdenklichkeit der "stillen Zeit" schätzen. Hier findest du kein glitzerndes Klischee, sondern ein ehrliches, bewegendes und zeitloses Stück Literatur, das das Wesen von Weihnachten in all seiner Widersprüchlichkeit einfängt.
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